Wegweiser durch die Bildungslandschaft Wetterau in Vorbereitung

Erster Kreisbeigeordneter Jan Weckler und die Bildungskoordinatorin Kinga Bichler mit dem Flyer der Bildungskoordination im Wetteraukreis.

Bildung ist der Schlüssel zur Integration. Das gilt umso mehr, weil viele der Menschen, die in den letzten beiden Jahren zu uns gekommen sind, hier bleiben werden. Viele Institutionen und Einrichtungen und vor allem ehrenamtliche Helferinnen und Helfer engagieren sich für Flüchtlinge und neu Zugewanderte. Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl von Angeboten, die kaum noch zu übersehen ist.

„Deshalb planen wir, noch in diesem Jahr einen Wegweiser Bildung und Beratung für neu Zugewanderte in der Wetterau herauszugeben. Dafür haben wir etwa 60 Organisationen angeschrieben, die im weitesten Sinne etwas mit der Betreuung, Beratung und Fortbildung für Zugewanderte zu tun haben. Ziel ist es, ein Heft herauszugeben, das Ehrenamtlern, aber auch den Flüchtlingen selbst ein Wegweiser zu besonderen Angeboten ist, etwa in Sachen Ausbildung, Sprachkurse, Kurse für Frauen und vieles andere mehr“, so Erster Kreisbeigeordneter Jan Weckler.

Das Kursgebot für Flüchtlinge ist immens. Rund 3.800 neu zugewanderte Flüchtlinge, Asylsuchende und anerkannte Flüchtlinge leben in der Wetterau. Für viele von ihnen gibt es bereits angepasste Kurse. Von Integrationskursen über Sprachkurse bis hin zu Sprachkursen mit beruflicher Qualifikation und schulischen Angeboten reicht das Angebot, das sich aber ständig verändert. „Das ist auch gut so, denn die breite Kursvielfalt trifft auf höchst unterschiedliche Menschen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen“, erläutern Kinga Bichler und Dr. Gerd Ulrich Bauer. Die beiden arbeiten seit einem Dreivierteljahr als Bildungskoordinatoren in der Kreisverwaltung Wetterau.

Einen ersten Überblick über die Masse des Angebots findet man im Internet auf der Seite der Arbeitsagentur mit dem Stichwort KURSNET. So bieten allein die Volkshochschule (VHS) in Friedberg und FAB (Frauen, Arbeit, Bildung) Wetterau mehr als 120 allgemeine Integrationskurse, die sich an dauerhaft in Deutschland lebende Ausländer und Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive richten. Die Kurse umfassen je 700 Unterrichtsstunden, von denen 100 speziell der Vertiefung von Kenntnissen der Rechtsordnung, Kultur und Geschichte Deutschlands dienen. Insgesamt gibt es rund 2.000 Plätze in solchen und ähnlichen Kursen.

Hinzu kommen etwa 500 Schülerinnen und Schüler in sogenannten Intensivklassen. Sie sind ein verpflichtendes Angebot für alle schulpflichtigen Neuankömmlinge und dienen als Hilfe für Schülerinnen und Schüler, die grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache erwerben müssen.

InteA-Klassen (Integration und Abschluss) sind Klassen in Berufsbildenden Schulen, die sich an Schülerinnen und Schüler wenden, die mindestens 16 Jahre und unter 18 Jahre (Asylbewerber 19 Jahre) alt sind. Ziel des zweijährigen Programms ist der Erwerb eines Sprachniveaus, das jungen Menschen den Erwerb eines Schulabschlusses und den Übergang in die duale Berufsausbildung oder ein weiterführendes schulisches Angebot ermöglicht.

„Wir sind im engen Kontakt mit der Steuerungsgruppe „Netzwerk Integration“, in der alle Beteiligten, die für die Integration von Flüchtlingen arbeiten, engagiert sind. Integration ist ein langer Weg. Ohne eine qualifizierte Schul- und Berufsausbildung ist sie aber nicht zu schaffen. Deshalb ist die Arbeit der Bildungskoordinatoren so wichtig in unser aller Interesse“, so Erster Kreisbeigeordneter Jan Weckler.

veröffentlicht am: 12. Juni 2017