Regierungspräsidium soll realistische Zuweisungszahlen liefern

Vor der Gemeinschaftsunterkunft des Wetteraukreises in Büdingen: Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch und Peter Dücker, Koordinator für die Hausmeister der 14 Gemeinschaftsunterkünfte des Wetteraukreises.

Der Wetteraukreis betreibt 14 Gemeinschaftsunterkünfte, davon eine in Büdingen, auf dem Gelände der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung. Während die Gemeinschaftseinrichtung des Kreises zu 75 Prozent aus gelastet ist, stehen die unmittelbar danebenliegenden Gebäude des Landes zu 90 Prozent leer.

Das Land Hessen betreibt zwölf Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge, deren Kapazitäten durchschnittlich nur zu einem Drittel ausgeschöpft sind. Bei der Einrichtung in Büdingen klafft die Schere zwischen Kapazität und tatsächlicher Belegung noch deutlicher auseinander: 108 Migranten sind untergebracht, Platz gibt es für 800 Personen.

Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch fragt angesichts dieser Tatsache, „warum der Kreis vom Regierungspräsidium immer noch Menschen zugewiesen bekommt? Die Berechnungen des Regierungspräsidiums sind nicht nachvollziehbar und es wäre wünschenswert, wenn wir realistische Zahlen bekämen“. Es sollte erst dann auf die Unterkünfte des Kreises verteilt werden, wenn die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes voll sind. Der Kreis nimmt dann seinerseits die Kommunen in die Pflicht, was richtig ist, unter den jetzigen niedrigen Belegungszahlen die Kommunen aber nur unnötig belastet.

veröffentlicht am: 16. März 2017