Flüchtlinge in der Wetterau – Sozialarbeit wird neu vergeben

Die Sozialarbeiterische Betreuung von Flüchtlingen in der Wetterau wird zum 1. Januar 2017 neu vergeben. Das teilt Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Helmut Betschel mit.

Die Sozialarbeiterische Betreuung von Flüchtlingen in der Wetterau ist auch für die Jahre 2017 und 2018 sicher gestellt. Im Wetteraukreis wird derzeit die sozialarbeiterische Betreuung von Flüchtlingen durch vier Kommunen, vom Fachdienst Migration des Wetteraukreises und SozialarbeiterInnen des des Roten Kreuzes erbracht. Der Vertrag mit dem jetzigen Träger läuft Ende 2016 aus. Die Option zur Verlängerung wurde von dem Träger nicht gezogen. Daraufhin hat der Wetteraukreis allen Kommunen angeboten, die sozialarbeiterische Betreuung selbst wahrzunehmen und dafür  die Landesvergütung von 30 Euro pro Monat und Flüchtling bereitgestellt.

Für alle Kommunen, die diese Aufgabe nicht selbst wahrnehmen wollten, wurde jetzt eine Ausschreibung nach Vergaberecht durchgeführt. Die verbliebenen Kommunen wurden in zwei Lose aufgeteilt und ausgeschrieben.

„Nach einem anspruchsvollen Bewerberverfahren haben wir uns für zwei Anbieter entschieden, die die Sozialarbeiterische Betreuung in den nächsten Jahren in der Wetterau übernehmen. Das Ziel der Ausschreibung war, den Betreuungsschlüssel kleiner als derzeit 1:170 zu schaffen und das bei einem Festpreis von 30 Euro pro Monat und Flüchtling“, teilt der Wetterauer Sozialdezernent mit und zeigt sich erfreut, dass dies mit den Ausschreibungen gelungen ist

Los 1 für den Bereich Wetteraukreis Nord
Bad Nauheim, Echzell, Hirzenhain, Münzenberg, Nidda, Ortenberg, Ranstadt, Reichelsheim, Rockenberg, Wölfersheim und Friedberg.

Los 2 für den Bereich Wetteraukreis Süd
Altenstadt, Bad Vilbel, Glauburg, Karben, Limeshain, Niddatal, Wöllstadt und Büdingen.

Los 1 ging an das Unternehmen European Homecare GmbH mit Sitz in Essen, das schon seit Jahren aktiv ist und bundesweit Flüchtlinge in Einrichtungen betreut. Die 1.513 Flüchtlinge in den oben genannten Kommunen werden von insgesamt elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Die eingesetzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ausgebildete Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie Sozialbetreuer. Der angebotene Betreuungsschlüssel liegt bei 1:140.

Etwas darüber liegt der Betreuungsschlüssel mit dem RDW Wetterau als günstigster Bieter in der Ausschreibung für den Südkreis hervorgegangen ist.

Sozialdezernent Betschel zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis der Ausschreibung und betont, dass nicht der Kostenfaktor der ausschlaggebende Moment war, sondern der Betreuungsschlüssel. Denn je günstiger dieser Betreuungsschlüssel ist, desto eher besteht die Möglichkeit zu konkreter und individueller Hilfe für die Flüchtlinge mit dem Ziel einer gelungenen Integration. Vorgelegte Referenzen aber auch Tariftreue spielten bei der Vergabe ebenfalls eine große Rolle.

veröffentlicht am: 31. August 2016