Arbeitet an der kulturellen Öffnung: Franziska Walter

Franziska Walter.

Der demografische Wandel fordert uns heraus: In den nächsten zehn Jahren werden 40 Prozent der derzeit Beschäftigten der Kreisverwaltung in den Ruhestand treten. „Damit der öffentliche Dienst auch in Zukunft leistungsfähig ist, suchen wir dauernd nach geeigneten Nachwuchskräften, die in diese Lücke stoßen“, sagt Joachim Arnold, Landrat des Wetteraukreises und Personaldezernent der Kreisverwaltung. „Die Arbeit bei uns ist keineswegs so trocken, wie viele junge Leute meinen. Im Gegenteil. Wir haben vielfältige Jobs für vielfältige Menschen“, sagt Arnold und kündigt eine Presseserie an: „In den nächsten Wochen werden wir eine ganze Reihe von interessanten Stellen vorstellen und die Menschen, die diese Arbeit machen.“

Seit einem Jahr arbeitet Franziska Walter als „Koordinatorin“ des Projektes Wegweisende Integrationsansätze realisieren (WIR) der Hessischen Landesregierung bei der Kreisverwaltung des Wetteraukreises. Ihr Ziel ist es, die Verwaltung fit für eine kulturell sowie sozial vielfältige Gesellschaft zu machen.

Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter treffen bei ihrer täglichen Arbeit auf Menschen ganz unterschiedlicher kultureller oder sozialer Herkunft – sei es als Kundinnen und Kunden oder als Kolleginnen und Kollegen. Wie kann diese Vielfalt an kulturellen, sozialen oder auch persönlichen Eigenheiten als Stärke und nicht als Bedrohung oder Überforderung begriffen werden?

Dieser Fragestellung widmet sich Franziska Walter. Die studierte Kultur- und Sozialwissenschaftlerin greift dabei auf ganz unterschiedliche Methoden und Ansätze zurück.

So sucht sie beispielsweise nach Referenten zum Thema Interkulturelle Vielfalt und organisiert Seminare in der Kreisverwaltung.  Für Veranstaltungen wie den „Diversity-Tag“ sammelt sie Ideen und konzipiert Aktionen. Neben der inhaltlichen Arbeit ist sie damit beschäftigt, Sponsoren und Aktionspartner zu gewinnen sowie die Öffentlichkeitsarbeit vorzubereiten.

Im Herbst soll ein Videowettbewerb stattfinden, bei dem Schülerinnen und Schüler aus der Wetterau zeigen können, was für sie Vielfalt bedeutet.

Um bei diesen vielen verschiedenen Aufgaben nicht den Überblick zu verlieren, ist ein gutes Organisationstalent unabdingbar. „Ich würde mich sonst total verzetteln“, ist Franziska Walter überzeugt.

Bei allen ihren Aufgaben ist der persönliche Kontakt wichtig. Da kommt es Franziska Walter gelegen, dass sie eher ruhig und eine gute Zuhörerin ist. Wichtig ist es ihr, möglichst verschiedene Perspektiven auf das Thema Vielfalt und interkulturelle Öffnung zu gewinnen. Eine gehörige Portion Pragmatismus und ein starkes Durchhaltevermögen sind ebenfalls hilfreich. Sie weiß: „Veränderungen in der Einstellung kommen nicht über Nacht, da ist es wichtig, schon kleinere Veränderungen wertzuschätzen.“

Schon vor ihrer Zeit in der Kreisverwaltung hat sich Franziska Walter mit Interkulturalität beschäftigt, hat Praktika in der Integrationsabteilung der Stadt Wiesbaden absolviert und in der Migrationssozialberatung gearbeitet. Aber auch über persönliche Beziehungen ist sie dem Thema verbunden. Ihre Familie hat vielfältige kulturelle Wurzeln und ist weltweit verstreut.

In ihrer Freizeit liest Franziska Walter viel, häufig Bücher über Themen, die sie auch im Beruf gebrauchen kann. Ansonsten ist sie gerne und viel im Wald unterwegs, spazieren oder joggen, wonach ihr gerade ist. Am Wochenende ist sie häufig bei ihrer weitverzweigten Familie, in München, wo sie studiert hat, in den Alpen oder bei Freunden. „Dann kann ich ausspannen und mir neue Inspirationen holen.“

Tag der offenen Tür am 16. August

Wer sich für die Ausbildung und die Arbeit in der Kreisverwaltung interessiert, sollte am morgigen 16. August zum Tag der offenen Kreisverwaltung kommen. In der Zeit von 9 bis 17 Uhr finden zahlreiche Veranstaltungen statt. Es besteht außerdem die Möglichkeit mit zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.                         

veröffentlicht am: 15. August 2017